Die therapeutische Beziehungsgestaltung mit persönlichkeitsgestörten PatientInnen gehört zu den größten Herausforderungen für alle TherapeutInnen. Fernab davon, die Therapeutin als Expertin und Helferin zu akzeptieren und sich auf ihre therapeutischen Vorschläge einzulassen, zeigen die Patientinnen ihre interaktionelle Störung häufig in Form von Widerstand und dysfunktionalen interaktionellen Verhaltensweisen.
Diese sogenannte Problemaktualisierung (Übertragung) in der therapeutischen Beziehung ist aber eine Chance zur direkten Bearbeitung der interaktionellen Probleme dieser PatientInnen, wenn man einen hilfreichen Umgang mit der interaktionellen Störung findet. Folglich steht die Beziehungsgestaltung im Zentrum der Behandlung persönlichkeitsgestörter PatientInnen. In diesem Workshop werden die häufigsten Beziehungsprobleme mit diesen PatientInnen und hilfreiche Formen der Beziehungsgestaltung erarbeitet. Hierzu gehört u.a. der Umgang mit Beziehungstests, abwertendem und aggressivem Verhalten, therapieschädigendem Verhalten oder passivem Verhalten. Als Strategien werden u.a. die motivorientierte Beziehungsgestaltung, die empathische Konfrontation, die kontingente persönliche Rückmeldung und die therapeutische Selbstoffenbarung vermittelt. In Rollenspielen sollen wesentliche Beziehungstechniken eingeübt werden.
Als Dozenten konnten wir Herrn Professor Dr. Claas-Hinrich Lammers gewinnen. Prof. Lammers ist ärztlicher Direktor und Chefarzt der I. Klinik für Affektive Störungen der Asklepios Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und der Psychosomatik. Herr Prof. Lammers ist Experte für emotionsfokussierte Therapien sowie die Therapie von Persönlichkeitsstörungen und hat eine hierzu eine Vielzahl von Fachbüchern und Standardwerken veröffentlicht.